John Phillip Starck

Science-Fiction-Autor Gelsenkirchen

Tagebuch - John Phillip Starck

1. Kalenderwoche 2021

Die ersten sieben Tage des Jahres 2021 sind vorbei. Was hat sich geändert? Nichts, nur die Jahreszahl. Einige Leute werden vielleicht noch frustriert sein, da sie zum Jahreswechsel keine Böller und Raketen zünden und abschießen konnten, andere damit hadern, dass sie Weihnachten und den Sylvester zu Hause verbringen mussten. Nun, es gibt Schlimmeres. Ich persönlich finde es gut, wenn es den Lebensumständen gelingt, die egoistischen Ziele zu dämpfen oder sie es sogar schaffen, persönlichen Fehltritten Einhalt zu gebieten. Es erfüllt mich sogar mit einer gewissen Genugtuung, von der niemand etwas hat, schon gar nicht die an Covid-19 Erkrankten und jene, die diese Welt aus praktizierter Rücksichtslosigkeit verlassen mussten. Tatsächlich kommt es mir so vor, als ob die Gleichgültigkeit, der Egoismus, die Unverschämtheiten sowie die Dummheit von Tag zu Tag schlimmer werden. In die Bereiche der verwöhnten, verhätschelten und verleugnenden Gesellschaft kann und wird die Vernunft nicht einziehen. Wer dumm ist, wie ein Schaf, einzig und allein an seinem Leben und Wohl hängt, ausschließlich die eigenen Interessen verfolgt, der kann mit keinem Argument belehrt oder überzeugt werden. Diese Lehre musste  im alten Jahr gezogen werden und besitzt mehr denn je ihre Gültigkeit. So endete das Jahr 2020 und so begann das Neue.

Ungläubig, fassungslos und wie hypnotisiert habe ich dabei zugesehen, wie es tausende von Menschen wegen dem Winterwetter am ersten Januarwochenende ins Freie zog. Dagegen wäre ja nichts einzuwenden gewesen, wenn die Leute den Anstand, das Verständnis und die Nächstenliebe nicht zu Hause gelassen und die vorgeschriebenen Regeln eingehalten hätten. Manche, die es in ihren vier Wänden nicht aushalten konnten, wie schrecklich muss die Wohnung aussehen, haben sich vor den Fernsehkameras durch ihr Verhalten und die Einstellung bis auf die Knochen blamiert. Diesen Ignoranten wünsche ich viel Spaß mit den vernünftigen Nachbarn. Andere haben völlig unverständlich mit der Ignoranz der Lockdown-Regeln geprahlt und bei einigen wurde ich eindeutig eines besseren belehrt: Es gibt doch tatsächlich aufrechtgehende und zweibeinige Schweine, anders kann es nicht formuliert werden. Ich bin ein Menschenfreund und wurde 2020 in meiner Ansicht in vielen Punkten gewaltig enttäuscht, somit belehrt. Ich wurde somit in Hinsicht auf unsere Gesellschaft aufgeklärt. Inzwischen halte ich es für unbedingt erforderlich, dass diese Leute eine saftige Strafe bekommen. Ginge es nach mir, was glücklicherweise nicht der Fall ist, wäre es mit einer Geldstrafe nicht getan. In meinen Augen ist die Missachtung der Regeln nichts anderes als eine bewusst in Kauf genommene schwere Körperverletzung von einem oder vielen Mitmenschen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob eine Infektion besteht oder nicht. Die Gefahr angesteckt zu werden und dem Virus eine weitere Verbreitungsmöglichkeit zu geben ist mehr als nur verantwortungslos. Mittlerweile bin ich so bekehrt, dass ich den Leugnern, Missachtenden, Verharmlosenden und Gleichgültigen Corona an den Hals wünsche, damit es nicht ständig die Falschen erwischt. Womöglich ist das der einzige Weg, um aus der Krise herauszukommen.

Am Montag habe ich mich für Julien Assange gefreut, doch die Freude wurde am Mittwoch schwer getrübt, da er in Haft bleiben muss. Also dort, wo die Corona-Leugner und verharmlosenden Idioten hingehören und zwar genauso in Einzelhaft und am besten, bei Wasser und Brot. Mein Jahr ging nicht so schön an, denn mein Lieblingsverein hat wieder verloren, dann stürzten meine Homepages ab und zu allem Übel konnte ich deswegen ein Versprechen nicht einlösen. Unter all den Gedanken litt meine Kreativität, der Absturz der Websites raubte mir zudem viel Zeit. Ist das ein Grund zum jammern? Ganz sicher nicht. Es sind noch nicht einmal Umstände, um sich zu ärgern, außer in Bezug auf die Tatsache, dass ein gegebenes Wort nicht gehalten werden konnte. Dann kam die Katastrophe am Mittwoch in Washington dazu. Es war abzusehen, leider. Solche Menschen, wie der noch amtierende Präsident der Vereinigten Staaten sind nicht nur eine Gefahr für das eigene Land, sondern für die ganze Welt. Dieser Mann wird sich für seine Taten nie schämen, denn dazu ist er zu dumm, gierig und Machthungrig. Im Grunde genommen ist er gleichzusetzen mit Diktatoren, Populisten und Verschwörungstheoretikern. Noch dazu leugnet er nicht nur, er lügt, sobald er den Mund aufmacht. Er putscht auf, er blendet und ist definitiv ein Rassist. Die Amerikaner und die gesamte Weltbevölkerung braucht und hat etwas besseres im Weißen Haus verdient.

Man mag es nicht glauben, all diese Dinge gehen meiner Person durch den Kopf. Wenn ich jedoch zu schreiben beginne, kann ich alles ausblenden. Sobald ich auf der Tastatur zu tippen abfange, lebe ich in einer anderen oder mehreren fremden Welten. Mein erster Arbeitsschritt in diesem Jahr, war, zunächst einmal nichts zu tun, außer über meine Tätigkeit nachzudenken. Ich habe in den ersten sieben Tagen dieses Jahres auch geschrieben, aber nicht viel. Wohlüberlegt möchte ich 2021 vorgehen und aus diesem Grund habe ich drei E-Books aus dem Handel genommen. Ich möchte den Lesern nichts zumuten, sondern diese mit meiner Fantasie unterhalten und wenn es geht, dafür sorgen, dass sie durch meine Geschichten dieser Welt für ein paar Stunden entfliehen können. Mal sehen, ob es klappt. Für mich ist das Jahr 2021 nicht wichtiger, als es das letzte Jahr war, und 2022 sein wird. Wichtig ist nur eines, dass wir gesund bleiben und unsere Ziele, Wertvorstellungen und den verbliebenen Rest an Solidarität nicht aus den Augen verlieren.

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